Energy and Flow/Energie und Fluss

Energie steckt hinter jedem Klang, sie ist die Ursache von Wellenformen und alle Klänge müssen den Naturgesetzen der Energie folgen.

Sich der Energiemuster und des Energieflusses bewusst zu sein, kann uns helfen, Gesten und Klänge zu machen, die der Hörer als natürlich und realistisch empfindet.

Energie

Sich der Energiemuster und des Energieflusses bewusst zu sein, kann uns helfen, Gesten und Klänge zu machen, die der Hörer als natürlich und realistisch empfindet.

Energie

Energie treibt das Universum an, und das Verständnis dafür, wie Energie funktioniert, kann Komponisten viele Anregungen geben.

Die wichtigesten Regeln sind:

  • Die Menge der Energie im Universum ist immer gleich. Keine Energie wird jemals verloren oder gewonnen, nur übertragen.
  • Keine Energieübertragung ist 100% effizient und ein Teil der Energie wird auf unerwünschte Art und Weise weitergeleitet.
  • Es gibt sechs Haupttypen von Energie:
  • Elektrisch
  • Thermik/Hitze
  • Licht/Strahlung
  • Chemisch
  • Verformungsenergie
  • Kinetisch und Schwingungen (einschließlich Klang).

Jede dieser Energieformen wirkt auf verschiedene Weise, manchmal speichern sie die Energie (wie die chemische und Verformungsenergie) und manchmal übertragen sie sie (wie das elektrische, thermische, strahlende und kinetische Potential).

Energie rein = Klang raus

Wenn Klänge einsetzen (oder andauern) sollen, müssen sie Energiezufuhr haben. Denke zum Beispiel an traditionelle Instrumente, die nur dann Klang machen, wenn sie gestrichen, geblasen, geschabt, gezupft oder geschlagen werden. All diese Handlungen übertragen Energie vom Ausführenden auf das Instrument.

Die Menge an Energie, die eingespeist wird, wirkt sich direkt auf die Eigenschaften des ausgegebenen Klangs aus, am deutlichsten in Bezug auf die Lautstärke (aber auch auf die Klangqualität). Wenn weniger Energie (oder keine) eingespeist wird, dann beginnt der Klang zu verklingen (die Lautstärke nimmt ab).

Fakt 

Klingende Objekte können nicht ewig weiter vibrieren, weil der Widerstand, in der Luft und im festen Körper des Objekts selbst, langsam Energie aus der Hin- und Herbewegung der Vibrationen abzieht.

Zum Beispiel:
GuitShot

In diesem Beispiel wird zu Beginn [Gitarrensaite wird gezupft] eine beträchtliche Menge Energie zugeführt. Aber nach dieser anfänglichen Aktion gibt es keinen weiteren Energie-Input, und so klingt der Klang allmählich ab, nimmt an Lautstärke ab und verliert die Energie im höheren Teil des Energiespektrums (siehe das Verschwinden der gelben Linien, die Teiltöne darstellen).

Energiefluss

Jedes klingende Objekt hat seinen eigenen einzigartigen Energiefluss, der sich auf die Art und Weise verhält, in der es schwingt. Der Energiefluss eines Klanges über die Zeit wird durch seine Hüllkurve beschrieben (siehe auch: ADSR).

Aber es ist für uns möglich, neue Hüllkurven auf bestehende Klänge anzuwenden. Zum Beispiel können wir Veränderungen in der Lautstärke im Laufe der Zeit durch Automatisierung anwenden, um einem kontinuierlichen Klang ein sich veränderndes Energieprofil zu geben.

SquareEnvelope

 

In diesem Beispiel wurde der Ton einer konstanten Rechteckwelle mit der Automation manipuliert, wodurch die ‚Gain‘-Stufen verändert wurden. Diese Automation hat eine neue Hüllkurve angewendet, ähnlich der Hüllkurve des aufgenommenen Gitarrenklangs oben. GainAutomation

 

Siehe unten für mehr Details:

Natürlich spiegelt diese Automatisierung nur die Veränderung der Lautstärke im Laufe der Zeit wider. Gleichzeitig ändert sich auch die Klangqualität des Gitarrenklangs. Durch das Hinzufügen eines Tiefpassfilters mit seiner eigenen Automatisierung können wir die Veränderungen der Klangqualität im Laufe der Zeit nachbilden, indem wir die höheren Komponenten des Klangs nach und nach eliminieren.  

Nicht nur die Gesamtlautstärke ändert sich, sondern auch das Spektrum des Klangs nimmt ab.

Auf diese Weise modellieren wir das natürliche Energieprofil des Gitarrenklangs genauer, wobei kleinere und höherfrequente Wellen schneller abklingen als niedrigere, fundamentale Frequenzen.

Fließende Bewegungen 

Die Verwendung von Computern gibt uns ein fast unbegrenztes Potential an Transformation und Manipulation für die Arbeit mit Klängen. Aber da Computer digital sind, begünstigen sie gerade Linien und alle (1) oder nichts (0) Situationen. Natürliche Energieflüsse sind aufgrund der Energiegesetze und der physikalischen Prozesse der Energieübertragung gleichmäßiger.

  • Die Menge der Energie im Universum ist immer gleich. Keine Energie wird jemals verloren oder gewonnen, nur übertragen.
  • Keine Energieübertragung ist 100% effizient und ein Teil der Energie wird auf unerwünschte Art und Weise weitergeleitet.

Das bedeutet, dass es unmöglich ist, dass neue Energie plötzlich aus dem Nichts auftaucht. Und wenn die Energieübertragung auf einem Diagramm aufgetragen würde, wäre es keine gerade Linie.

Weil diese natürlichen Energiebahnen uns umgeben, sind wir alle unbewusst mit ihnen vertraut. Das bedeutet, dass wir, wenn wir einen Klang hören, der plötzlich auftaucht, oder einen, der sich nicht auf natürliche Weise auflöst, ihn sofort als Fälschung erkennen, weil er die fundamentalen Gesetze der Energie missachtet.

Indem man die Automatisierungslinien glättet und sicherstellt, dass es keine plötzlichen Energiegewinne oder -verluste gibt, wird es möglich sein, dass die Gesten beim Publikum natürlicher und vertrauter klingen.

Neue Bewegungen und Anakrusis

Indem wir den Gesetzen der Energieübertragung folgen, können wir neue Bewegungen machen, die in der wirklichen Welt nicht passieren können, die aber natürlich in einer Komposition vorkommen können. Eine der einfachsten und effektivsten Bewegungen ist es, einen ursprünglich verklingenden Klang umzukehren. Dadurch wird ein Crescendo (von leise zu laut) gemacht, das nach den Gesetzen der Energie klingt und als musikalisch angesehen wird.

Anakrusis 

Wenn diese crescendierenden Ereignisse vor ‚Schlüsselklänge‘ gestellt werden, bilden sie einen Anakrusis. Eine hochwirksame musikalische Geste, die den Zuhörer nach vorne in den ‚Schlüsselklang‘ entlässt.

 

Die Energie des allmählichen Aufbaus konzentriert sich im ‚ka-tsching‘ der Glocke und lässt sie viel eindrucksvoller klingen, als sie es von sich aus tun würde.

Das Wissen um den Energiefluss bei der Komposition nutzen

Wir können in der Automation jedes beliebige Muster zeichnen und es als Hüllkurve auf Klänge anwenden. Aber indem wir die Art und Weise untersuchen, in der natürliche Klänge funktionieren, können wir lernen, neue und synthetisierte/manipulierte Klänge zu machen, die einige natürliche Eigenschaften aufweisen, die das Publikum daher verstehen kann. Übung

Benutze Energie als Inspiration, um ein kurzes Stück zu machen. Erkunde die Vorstellungen von Energie und denke daran, dass Energie weder verloren noch gewonnen, sondern übertragen wird.

Musik erzeugt oft einen emotionalen Energiefluss mit Bereichen hoher und niedriger Spannung, die den Zuhörer mitreißen.